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Wochenrückblick
Samstag abend, es ist schon spät - die Woche ist überstanden, auch der heutige Wahnsinn, mit drei Kindern einkaufen zu gehen, ich habe nun warmrote Acrylfarbe hier (so leicht gebe ich nicht auf), wir sind zurück von unserem Besuch bei Verwandten, wo es wie immer angenehm und gut war - und ich lasse hier die Woche in Gedanken noch einmal Revue passieren, denn es war eine der schwierigsten Wochen seit langem.
Wie so oft, wenn ich versuche, der Sache auf den Grund zu gehen, stelle ich fest, dass es nicht eine alleinige Ursache gibt, sondern dass verschiedene (Stress-)Faktoren dazu geführt haben, dass ich irgendwann meine innere Ruhe verloren habe und damit auch den Überblick und die Fähigkeit zur klaren Organisation. Statt zu agieren, habe ich irgendwann nur noch reagiert - und darauf reagieren die Kinder immer, sehr direkt, sehr aggressiv und das Ganze schaukelt sich systematisch hoch. Je gereizter und überlasteter ich bin, umso pampiger, frecher und aggressiver werden sie, umso mehr bin ich erschöpft und damit gereizt und so eskaliert das Ganze. Ich bin dann nicht mal mehr ansatzweise der organisierte, gelassene Typ Mutter und komme nicht mehr zurecht, sondern hetze mich den ganzen Tag ab und komme doch zu nichts, irgendwo ist immer Streit zu schlichten, Mist zu beseitigen, Probleme zu lösen - und abends bin ich zu ausgebrannt, um mich noch zu erholen, und auch eine oder zwei Extrastunden Schlaf ändern daran nichts mehr.
Nun mache ich mir hier nicht unbedingt Selbstvorwürfe, denn damit wird nichts besser oder rückgängig gemacht, doch ich versuche, herauszufinden, was ich anders machen muss, um mich nicht so bald wieder in eine solche Lage zu bringen, dass ich nur noch weglaufen möchte.
Manche der Ereignisse waren selbstbestimmt (dass ich vom Wochenende so kaputt war, das war eindeutig meine Schuld, dass ich die endlich gekommenen Vorhänge auch noch unbedingt aufhängen musste), manche waren fremdbestimmt (der Elternabend, der Termin zum Herdumbau ausgerechnet an dem Tag, als ich ausnahmsweise Besuch hatte, die Arbeitsplanung meines Mannes) - aber dennoch hätte ich gerade eine solche Woche aus Erfahrung von allem Überflüssigen befreien sollen. Hätte, müsste, täte....
Nun gut, ich hoffe, ich lerne daraus und grenze mich in Zukunft wieder besser ab gegen ein Zuviel - mir zuliebe, den Kindern zuliebe, denn das kann es nicht sein, dass zwar am Wochenende die Woche mit all ihren Aufgaben geschafft ist, aber nur ein schales Gefühl der Erschöpfung und des Versagens zurückbleibt.
Wie sagte doch der Zwirbel heute so gönnerhaft zu mir:
"Eigentlich bist Du ja eine ganz liebe"
Ich werde mich bemühen ;-)
Jac 01.10.2005, 22.33
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Kommentare zu diesem Beitrag



Liebe Jac,
ohja das kenn ich auch ..... Tage und Wochen wo Frau nur noch reagiert und sich am Ende am meisten über sich selbst ärgert. Denn es ist da das Bewusstsein "man" verändert nicht den Anderen und sein Verhalten sondern kann nur sein eigenes Verhalten ändern damit die Anderen angemessener darauf reagieren. Und diese Erwartungshaltung an sich selbst - nämlich das eigene Verhalten zu ändern, inclusive den ein oder anderen Zug abfahren zu lassen ohne dass man draufspringt *flöööt*, nur die Schuhe zu tragen die einem wirklich passen, sich nicht den Kopf anderer zusätzlich zu zerbrechen, und die Übersicht erlangen zwischen echter Priorität und verschiebbarer Priorität (Mütter haben schließlich "nur" dringende, echte Prioritäten) und die Erfahrungen sich immer wieder bewusst machen, manche Dinge erledigen sich doch von alleine ..... (wer hätte das Gedacht im Moment der Landuntersituation)
Tja und wo sind sie die kleinen Glücksmomente in den Stresswochen/tagen? Wir sehen und spüren sie nicht - oder nehmen sie nicht als solche wahr. Wir trinken den Kaffee oder Tee nebenher, wir rennen an den Blumen vorbei, wir nehmen uns nicht die Zeit den Vögeln beim turnen in den Zweigen zuzusehen .... dabei ist das die beste Therapie. Neben meinem Bachblüten
Genieß die ruhigere kommende Woche
...... und da war noch was mit dem Terminkalender 2er Familien ......
vom 03.10.2005, 11.10