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Selbstsabotage

Einige unschöne Erlebnisse haben mich zu dem werden lassen, was man wohl eine Zahnarztphobikerin nennt. Dank einer sehr verständnisvollen Zahnärztin gepaar mit einem gewissen Stolz auch als Vorbild für die Kinder habe ich mich vor einigen Jahren daran gemacht, meine Zähne in Ordnung zu bringen und zu halten, und wenn auch Zahnarzttermine nicht gerade zu meinen liebsten Beschäftigungen gehörten, so waren sie doch halt einfach Pflicht.

Nun hätte ich im Frühling einen Kontrolltermin gehabt, den ich absagen musste, weil genau zu dem Zeitpunkt bei Oliver ein kurzfristiges MRI angesetzt wurde, und er wurde verschoben auf vorgestern.
Nachdem die ganze Oliver-Küchen-Geschichte durch war, hatte ich plötzlich einen komischen Zahn. Nicht so, dass er wirklich weh getan hat, aber doch so, dass es manchmal unangenehm war. Nicht so, dass ich aufgrund einer Heiss-Kalt-Empfindlichkeit annehmen musste, dass da was ist, was sofort abgeklärt werden muss, aber doch immerhin so, dass es ausgereicht hat, dass sich mein Kopfkino angefangen hat zu drehen.

Systematisch habe ich mich hineingesteigert, habe an kaum mehr was anderes denken können, der Zahn hat immer öfters gemuckt, zwei andere auch noch - und ich, statt meinen Termin vorzuverschieben, habe es zugelassen, dass ich mich fast wahnsinnig gemacht habe.
Essen, Schlafen, Trinken, Lachen - alles stand unter dem Stern "ich habe wieder total kaputte Zähne, das ist alles eine einzige Katastrophe".
Realistisch gesehen waren diese Gedanken völlig haltlos, das wusste ich - doch sobald der Zahn sich wieder bemerkbar gemacht hat, war der Verstand ausgeschaltet, die Phobie wieder da und ich nicht mehr ich selber.
Ich habe mir selber das Leben schwer gemacht damit, und habe es noch nicht mal gemerkt.

Tja, und als ich dann gestern bei der Dentalhygienikerin war, der Zahnarzt alles kontrolliert und für absolut in Ordnung befunden hat - da ist es alles geplatzt wie ein Luftballon.
Fast schon müssig zu erwähnen, dass der Zahn, die Zähne seit da überhaupt nicht mehr komisch sind....

...und ich mich gelassen, energisch und richtig gut fühle...


Es ist schon erstaunlich, wie sehr man sich mit so etwas selber das Leben schwer machen kann - und wie sehr die Seele den Körper beeinflussen kann.

Ich hoffe ja, dass ich mich nicht noch mal in so einen Mist hineinsteigere - oder dann alternativ diesen Eintrag wiederfinde ;-)

Und jetzt kann ich befreit anfangen zu zählen:
noch acht mal schlafen - dann geht's ab in die Ferien.


Jac 27.06.2008, 09.21

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von anita

Liebe Jacqueline

So eine Zahngeschichte hat mir den ganzen letzten Sommer verdorben. Ich habe da genau wie Du reagiert, nur bin ich nicht mehr aus der Abwärtsspirale rausgekommen.

Schön, dass alles in Ordnung ist und Du Dich nun richtig auf die Ferien freuen kannst.

Liebe Grüsse
Anita

vom 30.06.2008, 21.46