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Ausgewählter Beitrag
In einem anderen Leben
In einem anderen Leben,
...da habe ich Tage, Wochen, Monate mit meinem Sohn im Spital
verbracht, immer voller Mut, dass vielleicht alles wieder gut wird,
immer darauf ausgerichtet, das alles irgendwie zu überstehen und zu
funktionieren, immer das Ziel "Chemo-Ende" vor Augen, mit dem Wunsch im
Herzen nach Heilung.
... da habe ich irgendwann packen müssen, dass es nicht nur keine
Heilung, sondern keine Hoffnung mehr gibt, denn die Befunde des
Rezidivs waren mehr als eindeutig.
... da musst ich lernen, loszulassen, was ich doch festhalten wollte,
was ich nicht hergeben wollte, musste es aushalten, dass es irgendwann
kein Morgen mehr gibt für meinen Sohn.
In diesem anderen Leben habe ich an einem Dienstagabend zusammen mit
meinem lieben Mann unseren Sohn hier zuhause in den Tod begleitet,
seine letzten Atemzüge gehört, seine letzten Herzschläge gespürt - und
die grosse Stille in mir, als es vorbei war, kurz nach Mitternacht.
Stille und Erleichterung.
Traurigkeit und Hoffnung.
Alles gleichzeitig.
Es war in einem anderen Leben, so kommt es mir nun vor. Sieben Jahre
ist es her, ein mehrfaches länger, als David überhaupt bei uns war, und
alles, was mir geblieben ist, das ist das Gefühl, als sei es in einem
anderen Leben, in einem Film, bei jemand anderem gewesen.
Doch heute wird mir schmerzhaft klar : es kann sich tausendmal anfühlen wie in einem anderen Leben:
es ist kein anderes Leben, es ist mein Leben.
Und so fern und fremd es mir manchmal ist, tief in mir drin ist sie
immer da, die leise Sehnsucht nach ihm, der stille Schmerz, dass David
nicht bleiben durfte.
Und auch wenn ich weiss, dass es unmöglich ist - ich wollte, ich könnte ihn wiederhaben.
Lasst ihn unvergessen bleiben, denn das ist alles, was wir noch haben.

Ob es wohl auch irgendwann mal aufhört, weh zu tun an Tagen wie diesen?
Jac 02.05.2007, 21.17
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Kommentare zu diesem Beitrag
vom 03.05.2007, 22.21
(((die ganze liebe Familie)))
Bussis für alle
vom 03.05.2007, 21.01
Wer liebt, ist verletztlich. Wer verletzt wird, hat Schmerzen. Jac, ich würde gern tröstendes sagen, doch fehlen mir hier wie da die passenden Worte. Euer Schmerz ist meine Angst. Der Schmerz wird bleiben, die Wunde nie ganz verheilen und immer an bestimmten Tagen aufbrechen, sich in Erinnerung rufen. Die Angst wird bleiben oder sich in Schmerz verwandeln. Fühl dich gedrückt. Ganz fest, ganz lange.
David wird heute viele Kerzen sehen, auch unsere wird dabei sein, denn sie brennt heute für ihn.
vom 03.05.2007, 19.35
Ich schicke Dir und Deinen Lieben ganz viel Kraft und positive Energie !
LG Sabine
vom 03.05.2007, 14.49
Liebe Jac :°(,
du hast Recht - es ist dein Leben, es ist keine Generalprobe; du kannst ihm nicht ausweichen.
Eure Geschichte erfasst mich jedes Jahr erneut - es schmerzt mich als Außenstehende bereits beim Lesen.
Wie soll es dann bei dir aufhören weh zu tun?
Das kann es wohl nicht.
Ich wünsche dir vor allem Kraft und Mut, denn das wirst du immer brauchen können.
Ich denk' an dich und deine Fanmilie!
Liebe Grüße
Britta
vom 03.05.2007, 09.55
Jedes Jahr wieder im Mai weine ich auch ein paar Tränen um David, obwohl ich ihn nie gekannt habe. Und ich bin sicher nicht die einzige. Er ist unvergessen und wird es bleiben.
vom 03.05.2007, 08.59
(((jac+familie)))
wie immer fehlen mir die worte aber in gedanken bin ich bei euch.
stille grüße
sandy
vom 03.05.2007, 08.52
die liebe ist es, die die brücke vom dies- ins jenseits bildet... wo liebe ist, ist man verletzlich.... der schmerz wird dir erhalten bleiben. die hoffnung auf ein treffen.... irgendwann??? kein wissen darum... nur ein hoffen. viel kraft. viel ruhe. viele schöne erinnerungen... euer sohn wird NIE vergessen sein! alles liebe - andrea
vom 03.05.2007, 08.18
Liebe Jac,
immer Anfang Mai denke ich an dich und euch und erinnere mich an das MT 2002, bei dem du uns von David erzählt hast....für mich wurde er durch deine Erzählungen lebendig und ich bin mir so sicher, dass ihr euch in einem anderen Leben wieder begegnen werdet und dann wird auch der Schmerz weichen können....
bis dahin wirst du voller Sehnsucht und Wehmut an ihn denken und ihn durch deine Erzählungen unvergessen lassen.
Ich drücke dich, für mich haben Marienkäfer eine besondere Bedeutung erhalten...
Regine
vom 03.05.2007, 08.08
liebe jacqueline
meine gedanken sind in diesen stunden ganz besonders bei dir und deinen lieben.
stille grüsse
vom 02.05.2007, 23.08
Liebe Jac, still möcht ich dich in den Arm nehmen und mit dir gemeinsam an David denken... (((JAC)))
vom 02.05.2007, 21.41
Liebe Jac,
ich drück dich einfach nur mal feste in Gedanken
lieben Gruß
Donna
vom 02.05.2007, 21.41



Liebe Jac
David wird sichelich unvergessen bleiben,er ist tief drin in Deinem Herzen und nichts kann ihn von dort wegholen, da bin ich mir ganz sicher.
Ich habe weder dich noch David je kennengelernt und trotzdem denke ich bei jedem Marienkäfer den ich sehe an David, immer.
Ich finde es grosszügig von Dir, dass Du uns mit so sensiblen und berührenden Worten ein kleines bisschen an Deinem Leben teilhaben lässt.
Danke von ganzem Herzen Jac!
Claudia
vom 03.05.2007, 22.38
Euch allen hier ein ganz liebes Danke für Eure Worte :-)
Virtualität ist keineswegs eine anonyme Sache ohne Seele, nein, ganz viel Wärme hat mich so erreicht und mir durch die schwierigen Stunden der letzten Tage geholfen.
Ich sollte mich wohl wieder öfters auch mal nicht zusammenreissen und auch meine Abgründe bloggen....